Wie lüftet man im Winter richtig, ohne Schimmel zu riskieren?

Weit geöffnetes Holzfenster in einem Schlafzimmer mit Blick auf Palmen und Balkon

Im Winter lüftet man richtig, wenn man mehrmals täglich für wenige Minuten alle Fenster ganz öffnet und sie danach wieder schließt. Als Richtwert nennen Behörden und Verbraucherzentralen zwei bis vier Lüftungen pro Tag mit je 3 bis 10 Minuten. Fenster in Dauerkippstellung sind dagegen die schlechtere Wahl: Sie bringen wenig Luftwechsel, kühlen aber Wände und Fensterlaibungen aus. Genau dort sammelt sich Feuchtigkeit, und dort beginnt Schimmel.

Wie oft und wie lange sollte man im Winter lüften?

Die Faustregel lautet: mindestens zweimal täglich, besser drei- bis viermal, je Lüftung rund 3 bis 10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster. Je kälter es draußen ist, desto kürzer genügt es. Mehr Personen, Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen in der Wohnung erfordern häufigeres Lüften.

Die Angaben der Quellen unterscheiden sich leicht, weil Wohnungsgröße, Zahl der Bewohner und Dichtheit der Gebäudehülle den Bedarf bestimmen. Das Umweltbundesamt (UBA) nennt für den Winter zwei- bis dreimal täglich etwa 5 Minuten pro Raum bei weit geöffnetem Fenster, im Sommer 10 bis 20 Minuten. Im UBA-Ratgeber „Schimmel im Haus“ (Stand Dezember 2014) steht, dass vorzugsweise mehrmals täglich kurz stoßgelüftet werden soll, und zwar 5 bis 10 Minuten. Die Verbraucherzentrale gibt für kalte Tage 3 bis 5 Minuten an, für warme Tage 10 bis 20 Minuten, und empfiehlt 3 bis 4 Lüftungen am Tag, mindestens aber morgens und abends.

Quelle Winter (kalt) Häufigkeit Sommer (warm)
Umweltbundesamt, Lüftungsratgeber ca. 5 Minuten 2 bis 3 Mal täglich 10 bis 20 Minuten
Umweltbundesamt, Ratgeber Schimmel im Haus (Dez. 2014) 5 bis 10 Minuten mehrmals täglich keine Angabe
Verbraucherzentrale, Heizen und Lüften 3 bis 5 Minuten 3 bis 4 Mal, mindestens 2 Mal 10 bis 20 Minuten
Ökotest (Querlüften) ca. 3 Minuten 3 bis 4 Mal täglich keine Angabe

Als praktische Kontrolle taugt ein Hygrometer (Messgerät für die relative Luftfeuchte). Es zeigt, ob die Lüftung ausreicht. Zielbereich und Messung sind ein eigenes Thema, das beim Raumklima ausführlich behandelt wird. Hier genügt der Hinweis: Steigt die Anzeige im Winter dauerhaft über 60 Prozent, lüftet man zu selten oder zu kurz.

Warum hilft Lüften im Winter gegen Feuchtigkeit, obwohl es draußen nass ist?

Kalte Luft enthält absolut sehr wenig Wasserdampf, auch wenn der Wetterbericht 90 Prozent Luftfeuchte meldet. Erwärmt sie sich im Zimmer, sinkt ihre relative Feuchte stark, und sie kann wieder Wasser aufnehmen. Beim nächsten Lüften wird diese Feuchtigkeit nach draußen getragen.

Die Verbraucherzentrale nennt dafür Zahlen: Bei 0 Grad Celsius kann ein Kubikmeter Luft knapp 5 Gramm Wasser aufnehmen, bei 20 Grad gut 17 Gramm. Ein Beispiel der Verbraucherzentrale: Außenluft mit 0 Grad und 4 Gramm Wasser je Kubikmeter (entspricht 90 Prozent relativer Feuchte) hat nach dem Erwärmen auf 20 Grad nur noch etwa 30 Prozent relative Feuchte. Das UBA erklärt dazu, dass im Winter durch Lüften mit kalter Außenluft mehr Feuchtigkeit aus einem Raum entfernt wird als im Sommer.

Wie viel Feuchtigkeit anfällt, zeigt eine UBA-Angabe: Ein Dreipersonenhaushalt setzt durch Atmen, Duschen, Waschen, Wäschetrocknen, Kochen und Pflanzen täglich etwa 6 bis 14 Kilogramm Wasser frei. Jeder Mensch gibt dabei 30 bis 100 Gramm Wasserdampf pro Stunde ab. Diese Menge muss über Lüftung oder eine Lüftungsanlage aus der Wohnung gelangen. Das UBA rechnet vor, dass der Luftinhalt der Räume im Mittel etwa siebenmal am Tag ausgetauscht werden muss. Bei geschlossenen Fenstern erreicht man nur 0,2 bis 2 Luftwechsel pro Stunde, bei weit geöffneten Fenstern 10 bis 20 pro Stunde.

Hinweis: Dieses Prinzip gilt nur, solange die Außenluft absolut trockener ist als die Raumluft. Im Winter ist das praktisch immer der Fall, an schwülen Sommertagen nicht. Das Thema Kondenswasser an Scheiben behandelt der Beitrag Warum beschlagen Fenster von innen und was hilft?.

Weit geöffnetes weißes Kunststofffenster mit Blick auf eine Hofwand, davor ein dunkler Raum
Ganz geöffnete Fenster wechseln die Luft schnell, ohne dass die Wände auskühlen.

Was ist besser: Stoßlüften, Querlüften oder Kippfenster?

Stoßlüften und Querlüften sind klar besser als ein gekipptes Fenster. Beim Stoßlüften öffnet man das Fenster ganz, beim Querlüften zusätzlich ein gegenüberliegendes Fenster oder eine Tür nach draußen. Das Kippfenster tauscht die Luft nur langsam und kühlt dabei die Wand um das Fenster aus.

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Stoßlüften

Das Fenster wird für wenige Minuten komplett geöffnet. Laut UBA tauscht man die Luft damit schnell aus, ohne dass Wände und Oberflächen stark auskühlen. Die Raumluft kühlt zwar kurz ab, Möbel, Wände und Böden speichern aber die Wärme und geben sie danach wieder ab.

Querlüften

Öffnet man gleichzeitig Fenster an gegenüberliegenden Seiten der Wohnung, entsteht Durchzug, und der Luftwechsel steigt deutlich. Ökotest nennt für einen normal großen Raum etwa 3 Minuten. Wichtig: Innentüren zu kühleren Räumen beim Querlüften öffnen und danach wieder schließen.

Kippfenster

Das UBA rät, dauerhaft gekippte Fenster zu vermeiden. Sie erhöhen den Energieverbrauch deutlich, und die Wand am Fenster kann auskühlen und Kondenswasser bilden. Die Verbraucherzentrale beschreibt Kippen als möglich, aber langsamer. Kurzzeitiges Kippen im Bad, bis Handtücher und Wände trocken sind, nennt sie ausdrücklich als sinnvolle Ergänzung zwischen den Lüftungen.

Ausnahmen sind eher selten. Wer morgens keine Zeit hat und tagsüber nicht zu Hause ist, sollte lieber vor dem Verlassen der Wohnung einmal intensiv lüften, als das Fenster stundenlang zu kippen.

Infografik: Stoßlüften 5 bis 10 Minuten, Querlüften etwa 3 Minuten, dauerhaftes Kippen mit wenig Luftwechsel und auskühlender Wand
Infografik: Die drei Lüftungsarten im Vergleich.

Wie lüftet man Schlafzimmer, Küche und Bad richtig?

Das Schlafzimmer lüftet man direkt nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen, die Küche beim und nach dem Kochen, das Bad nach dem Duschen. Die Luftfeuchte soll möglichst dort abgeführt werden, wo sie entsteht, bevor sie sich in der Wohnung verteilt.

Schlafzimmer

Nachts gibt jeder Schlafende Wasserdampf ab. Ökotest beziffert das auf bis zu einen halben Liter pro Person und Nacht. Das UBA empfiehlt, Schlafzimmer vor dem Schlafengehen und morgens nach dem Aufstehen intensiv zu lüften, morgens 5 bis 10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster. Außerdem sollte die Tür zu kühleren Schlafzimmern geschlossen bleiben. Wird das Schlafzimmer über die warme Luft aus anderen Räumen mitgeheizt, kondensiert dort Feuchtigkeit an Wänden oder Scheiben. Das UBA rät deshalb ausdrücklich davon ab. Die Verbraucherzentrale nennt als Richtwert für das Schlafzimmer mindestens 16 Grad. Schimmel an der Schlafzimmerwand ist ein eigenes Thema mit eigener Ursachenanalyse.

Küche

Beim Kochen entsteht viel Wasserdampf. Ein Dunstabzug mit Abluft ins Freie entfernt einen großen Teil. Das UBA weist darauf hin, dass Umlufthauben die Luftfeuchte in der Küche nicht senken. Zusätzlich empfiehlt es, während und unmittelbar nach dem Kochen 5 bis 10 Minuten die Fenster weit zu öffnen und die Küchentür zu schließen.

Bad

Nach dem Duschen sollte man Wasser von Wänden und Boden abziehen und das Fenster kurz weit öffnen. Laut UBA enthalten nasse Handtücher und Wände noch viel Wasser. Es empfiehlt, Handtücher auf dem Heizkörper zu trocknen und das Fenster so lange offen zu lassen, bis sie sich einigermaßen trocken anfühlen. Die Heizung im Bad soll dabei nicht abgeschaltet werden. Bei fensterlosen Bädern muss die Abluftanlage einwandfrei laufen.

Raum Wann lüften Dauer (Richtwert) Besonderheit
Schlafzimmer nach dem Aufstehen, vor dem Schlafen 5 bis 10 Minuten Tür zu anderen Räumen geschlossen halten
Küche beim und nach dem Kochen 5 bis 10 Minuten Dunstabzug mit Abluft nutzen, Tür zu
Bad nach dem Duschen oder Baden 5 bis 10 Minuten, danach Handtücher trocknen Wände abziehen, Heizung nicht abschalten
Wohnzimmer morgens und am Nachmittag oder Abend 3 bis 5 Minuten bei Frost mehr Personen, häufiger lüften

Soll die Heizung beim Lüften ausgehen?

Ja, das Thermostat des Heizkörpers am Fenster dreht man beim Lüften zu. Sonst heizt der Heizkörper gegen die kalte Luft an und verheizt Energie durch das offene Fenster. Danach öffnet man das Thermostat wieder. Der Raum sollte nicht dauerhaft auskühlen.

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Diesen Rat der Verbraucherzentrale gibt Ökotest wieder: Die Heizung soll während des Lüftens komplett ausgeschaltet werden, weil aufgedrehte Thermostate Energie direkt durch das offene Fenster verheizen. Gleichzeitig sollten Räume nicht unter 16 Grad auskühlen, da das Schimmelrisiko dann deutlich steigt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt als gute Raumtemperatur 18 bis 22 Grad und rät, Wohnräume gleichmäßig und kontinuierlich zu beheizen.

Eine Ausnahme nennt das UBA: Im Bad soll die Heizung beim Trocknen der Handtücher nicht abgeschaltet werden. Ein Thermostat, das sich nicht mehr bewegen lässt, sollte man reparieren oder tauschen lassen, bevor die Heizperiode richtig beginnt.

Wie sieht ein praktischer Lüftungsplan für den Alltag aus?

Ein Plan richtet sich nach dem Tagesablauf: morgens alle Schlafräume, beim Kochen die Küche, nach dem Duschen das Bad, mittags oder nachmittags die Wohnräume und abends noch einmal kurz vor dem Schlafen. So verteilen sich die Feuchtespitzen, und kein Raum wird zu stark ausgekühlt.

  1. Direkt nach dem Aufstehen: Betten aufschlagen, Schlafzimmerfenster 5 bis 10 Minuten ganz öffnen, Thermostat zudrehen.
  2. Morgens nach dem Duschen: Wände abziehen, Badfenster öffnen, Tür zum Flur schließen.
  3. Beim Kochen: Dunstabzug einschalten, danach Küchenfenster öffnen.
  4. Vor dem Verlassen der Wohnung oder zur Mittagszeit: Wohnräume stoßlüften, bei Gegenüberfenstern querlüften.
  5. Abends: Wohnzimmer kurz lüften, vor dem Schlafengehen das Schlafzimmer noch einmal.

Berufstätige müssen nicht zu festen Zeiten lüften. Die Verbraucherzentrale nennt das ausdrücklich nicht als zwingend. Wichtig ist, dass überhaupt ausreichend gelüftet wird.

Infografik: Lüftungsplan mit Schlafzimmer morgens, Küche beim Kochen, Bad nach dem Duschen, Wohnräume mittags und abends
Infografik: Lüftungsplan für den Wintertag.

Welche typischen Fehler gibt es beim Lüften im Winter?

Die häufigsten Fehler sind Dauerkippen, zu seltenes Lüften, das Heizen gegen offene Fenster, das Zuheizen kalter Räume mit Wärme aus anderen Räumen und das Trocknen von Wäsche im Wohnraum ohne zusätzliche Lüftung. Alle diese Fehler lassen sich ohne Umbau und ohne Kosten abstellen.

  • Dauerkippen: wenig Luftwechsel, kalte Fensterlaibungen, höherer Energiebedarf (UBA).
  • Zu langes Lüften: Wände und Böden kühlen aus. Ökotest rät, zu langes Lüften zu vermeiden und Lüften als Orientierung so lange fortzusetzen, bis der Beschlag an der Scheibe verschwunden ist.
  • Warme feuchte Luft in kalte Räume leiten: Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiel das Bad, dessen feuchte Luft in einen kalten Flur strömt. Dort werden die Wände schnell feucht.
  • Möbel vor kalte Außenwände stellen: Hinter Schränken zirkuliert kaum warme Raumluft. Das UBA nennt ca. 10 Zentimeter Abstand als Richtschnur.
  • Wäsche in der Wohnung trocknen: Das UBA rät davon ab. Wenn es nötig ist, muss mehr gelüftet werden. Ablufttrockner gehören mit Schlauch nach draußen.
  • Nach dem Fenstertausch weiter wie vorher lüften: Dichte Fenster verringern den ungewollten Luftaustausch. Nach einer Sanierung muss aktiv mehr gelüftet werden. Dazu mehr im Beitrag Warum entsteht nach dem Fenstertausch Schimmel?.

Woran erkennt man, ob die Lüftung ausreicht?

An drei Anzeichen: der Anzeige des Hygrometers, am Beschlag an Fenstern und am Zustand der Wände. Bleibt die Luftfeuchte dauerhaft hoch, beschlagen die Scheiben jeden Morgen oder riecht es muffig, wird zu wenig oder zu kurz gelüftet. Dann hilft zuerst mehr Lüften.

Ein Thermo-Hygrometer kostet laut Verbraucherzentrale im Baumarkt wenige Euro (analoge Modelle). Sie rät, nahe an den Außenwänden zu messen, weil die Feuchte direkt an der Wand entscheidend ist. Liegt sie dort über 50 Prozent, soll öfter gelüftet werden. Ein muffiger, modriger Geruch oder erste dunkle Flecken an Wänden, Decken oder Möbeln weisen laut UBA auf ein bestehendes Problem hin. Trockene Wände sind kein sicherer Beweis: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass man Feuchte in der Luft nicht immer sieht und Wasser an der Wand erst bei sehr hoher Feuchte sichtbar wird. Wie man das Gerät richtig aufstellt und die Werte einordnet, gehört zum Thema Raumklima und Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

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Wann reicht Lüften allein nicht aus?

Wenn Räume trotz richtigen Lüftens dauerhaft zu feucht bleiben, liegt oft ein baulicher Grund vor: Wärmebrücken, undichte Stellen, aufsteigende Feuchte, Baufeuchte im Neubau oder eine sehr dichte Gebäudehülle. Dann sind eine Ursachensuche, bauliche Maßnahmen oder eine mechanische Lüftung nötig, und das lässt sich nicht durch noch mehr Lüften ausgleichen.

Das UBA beschreibt, dass es bei Räumen mit hohem Feuchteanfall und dichter Hülle manchmal nicht möglich ist, die Luftfeuchtigkeit durch zumutbares manuelles Lüften auf das notwendige Maß zu senken. Dann kann eine mechanische Be- und Entlüftung helfen, etwa Abluftventilatoren mit Feuchtesensor in Küche und Bad oder Zu- und Abluftsysteme mit Wärmerückgewinnung. Solche Anlagen müssen regelmäßig gewartet werden, sonst können sie selbst zur Keimquelle werden. Die UBA-Lüftungsseite nennt: Filter mindestens einmal jährlich wechseln, Wartung idealerweise jährlich durch Fachpersonal.

Im massiven Neubau kann es laut UBA ein bis zwei Jahre dauern, bis die Restfeuchte weg ist. In dieser Zeit ist mehr Lüften und Heizen nötig. Zeigen sich dunkle Flecken an Außenwänden, hilft der Beitrag Wie erkennt man Wärmebrücken im Haus? bei der Einordnung. Zum Beseitigen kleiner Flecken siehe Effektive Hausmittel gegen Schimmel entfernen. Ob sich ein Luftentfeuchter lohnt, hängt vom Einzelfall ab und ist ebenfalls ein eigenes Thema. Undichte Fenster und Türen beschreibt der Beitrag Fenster abdichten: Methoden, Materialien und Tipps.

Wichtige Quellen zum Nachlesen sind der Lüftungsratgeber des Umweltbundesamtes und die Seite Heizen und Lüften der Verbraucherzentrale.

Häufige Fragen

Wie lange muss man im Winter lüften?

Bei Frost genügen meist 3 bis 5 Minuten, bei milderem Wetter 5 bis 10 Minuten. Entscheidend ist, dass das Fenster ganz geöffnet ist. Ein gekipptes Fenster braucht ein Vielfaches an Zeit und kühlt dabei Wände aus. Die Zeit hängt zudem von Raumgröße, Personenzahl und Wind ab.

Ist Lüften bei Regen oder Nebel sinnvoll?

Ja. Entscheidend ist die absolute Feuchte der Außenluft, nicht der Regen. Kalte Außenluft enthält im Winter auch bei Regen weniger Wasser als warme Raumluft. Laut UBA kann bei sehr kalter Außenluft selbst bei Regenwetter durch Lüften eine Austrocknung erzielt werden.

Muss man nachts im Schlafzimmer lüften?

Nicht zwingend, aber gelüftet werden sollte direkt vor dem Schlafen und gleich nach dem Aufstehen. Die Quellen widersprechen sich beim nächtlichen Kippen: Die Verbraucherzentrale nennt es als mögliche Ergänzung, das UBA rät von dauerhaft gekippten Fenstern in der Heizperiode ab. Bei Schimmelneigung ist die Stoßlüftung vorzuziehen.

Reicht es, nur morgens zu lüften?

In der Regel nein. Mindestens zweimal täglich, morgens und abends, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Bei mehreren Personen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen sind drei bis vier Lüftungen sinnvoll. Feuchte entsteht über den ganzen Tag und sollte nicht über viele Stunden in der Wohnung bleiben.

Was tun, wenn man tagsüber nicht zu Hause ist?

Vor dem Verlassen der Wohnung einmal quer- oder stoßlüften und abends gründlich nachholen. Räume nicht ganz ausschalten, sondern auf mindestens 16 Grad halten. Eine Lüftungsanlage mit Feuchtesensor oder Abluftventilatoren im Bad kann ergänzen, wenn die Zeit zum Lüften regelmäßig fehlt.

Fazit

Richtiges Lüften im Winter ist einfach: kurz, weit geöffnet und mehrmals täglich. Dauerkippen lohnt sich nicht, weil es Energie kostet und Wände auskühlt. Heizkörper am Fenster werden währenddessen zugedreht. Wo die Feuchtigkeit trotzdem hoch bleibt, liegt die Ursache meist im Gebäude und sollte geklärt werden.

Stand: Oktober 2026. Die Angaben wurden anhand der genannten Quellen geprüft.

Bildnachweis: „Brown wooden window frame“ von ENGY NAGUIB, Pexels-Foto 2255424, Pexels-Lizenz.
„Open window with brick wall view and pipe“ von M. Talha ÇORBACI, Pexels-Foto 36519371, Pexels-Lizenz.

Von Baufrageredaktion

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